In 30 Minuten durch den Kreis

In 30 Minuten durch den Kreis

Viele Mitmenschen im Kreis Recklinghausen würden gerne mit dem Bus und Bahn zur Arbeit, zu Freunden oder zum Supermarkt fahren – wenn man nicht doppelt so lang wie mit dem Auto bräuchte. Die Bahn fährt nur einmal in der Stunde, den Anschluss versäumt man genau um eine Minute. Häufig fällt daher die Entscheidung aufs Auto, mit dem man in der Regel selbst mit Stau noch schneller als mit Bus und Bahn ans Ziel kommt und wenn nicht, zumindest bequemer. Damit muss Schluss sein!

Wir müssen das Angebot des öffentlichen Personennahverkehr massiv ausbauen, so dass es sich für mehr Menschen im ganzen Kreis Recklinghausen auch zeitlich lohnt, auf das Auto zu verzichten. Das Angebot muss so zuverlässig gestaltet und sicherer sein, dass wir die Verkehrswende zusammen schaffen. Denn eine höhere Nachfrage des ÖPNV Angebots schafft größere Gestaltungsmöglichkeiten. Besonders für Arbeitnehmer*innen ist es wichtig, dass die Fahrzeit zum Arbeitsplatz verkürzt wird, dass Taktzeiten erhöht statt abgesenkt, dass das Streckennetz verdichtet statt ausgedünnt wird.

DIE ZENTRALEN FORDERUNGEN

DIE ZENTRALEN FORDERUNGEN

Bus- und Bahn-Netz massiv ausbauen!

Ein Ausbau des Angebots von Bus und Bahn schafft einen echten Standortvorteil. Das setzt gleichzeitig Ressourcen frei, mit denen wir unser Bus- und Bahn-Netz weiter ausbauen können. Als größter Kreis in Deutschland müssen wir auch ein zusammenhängendes Verkehrssystem haben, das zu den Bedürfnissen der Menschen passt und ihnen Alternativen zum PKW bietet. Das bedeutet auch, dass wir ein schlüssiges Konzept für ein Nachtnetz brauchen, damit sowohl Schichtarbeiter*innen als auch Freizeitausflüge nicht in der Nachbarstadt enden, sondern zuhause!

Den Nahverkehr transparent gestalten!

Die Metropolregionen machen es vor: Man darf nicht erst am Bahnsteig erfahren, wann die nächste Verbindung kommt, ob sie sich verspätet oder gar ausfällt. Als klarer Service für die attraktive Nutzung gehört das Wissen um die Verbindungen. Alle Daten liegen vor, machen wir sie für die Menschen im Kreis nutzbar: digital, barrierefrei und in Echtzeit!

Partnerschaft mit verlässlichen Verkehrsunternehmen!

Wir brauchen zuverlässige Verkehrsunternehmen auf unseren Straßen und Schienen. Dass plötzlich nur noch jede zweite Bahn fährt, weil Unternehmen wie die NordWestBahn oder Abellio nicht die Leistung erbringen können, die sie vertraglich zugesagt haben, darf nicht mehr passieren. Die Menschen im Kreis Recklinghausen brauchen die Sicherheit, dass sie immer rechtzeitig ihre Verbindungen bekommen. Ausfälle von ganzen Strecken wie bei der S9 darf es in Zukunft nicht mehr geben. Daher müssen wir bei Ausschreibungen die Qualität des Angebots über den Preis des Anbieters stellen!

Mit Bus und Bahn, aber sicher!

Der öffentliche Personennahverkehr muss ein sicherer Ort sein, an dem sich die Beschäftigten genauso wie auch die Fahrgäste gleichermaßen sicher und wohlfühlen. Dazu zählen auch Sauberkeit und Barrierefreiheit. Als Landrat möchte ich mehr Geld für Sicherheitspersonal und Reinigung bereitstellen. Mehr Videoüberwachung ersetzt die Präsenz von Menschen nicht, die sich um unsere Sicherheit kümmern. Untersuchungen in Großstädten wie Hannover oder Hamburg haben gezeigt, dass der Faktor Mensch der entscheidende ist, nicht die Gesichtserkennungssoftware auf den Polizeiservern. Übrigens sinkt mit Einsatz von mehr Personal gleichzeitig die Verschmutzung und der Vandalismus. Außerdem möchte ich ein Programm anregen, durch das mehr Haltestellen im Kreis barrierefrei gestaltet werden. Barrierefreiheit ist ein Zeichen gesellschaftlichen Respekts gegenüber den Schwächeren unter uns. Dazu will ich beitragen.

Verkehrswende als Genossenschaft organisieren!

Wir sind 53 Städte im Ruhrgebiet und zehn Städte im Kreis Recklinghausen. Deshalb dürfen Buslinien oder Schienen nicht an Stadtgrenzen enden. Das Ruhrgebiet als größte Metropolregionen Deutschlands ist heute ein Flickenteppich der Verkehrsgesellschaften. Bus und Bahn-Anbindungen passen nicht zu den Bedürfnissen der Menschen in unserer Region.
Wir brauchen ein Verkehrssystem für das ganze Ruhrgebiet von Morgen. Der VRR hat dies in der Vergangenheit nicht schaffen können. Der Kreis Recklinghausen darf aber auch nicht zur verkehrspolitischen Insel werden. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass wir eine Verkehrsgenossenschaft bilden, die ein städte- und kreisübergreifendes Angebot gewährleistet. Es ist zwar wichtig, das Angebot im Kreis Recklinghausen deutlich zu verbessern, aber als Landrat will ich vor allem mit allen Städten und Kreisen im Ruhrgebiet an einem schlüssigen Verkehrskonzept arbeiten. Außerdem brauchen auch die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs eine starke Stimme bei der Planung des ÖPNV im Ruhrgebiet – deshalb gehören auch Fahrgastverbände wie ProBahn mit in eine neue Verkehrsgenossenschaft.

SCHREIBEN SIE MIR!

Ihre Meinung ist mir wichtig. Um als Landrat gute Arbeit leisten zu können, ist mir der Draht zu den Bürgerinnen und Bürgern am wichtigsten! Schreiben Sie mir, welche Themen wir als Kreis im Auge behalten müssen. Ich freue mich auf Ihre Nachricht!